Plug Power auf Achterbahnkurs: Warum die Wasserstoff-Aktie kein Kauf ist

Montag, 23.09.24 10:01

Plug Power auf Achterbahnkurs: Warum die Wasserstoff-Aktie kein Kauf ist

Vergangene Woche stand die Plug-Power-Aktie aufgrund positiver Nachrichten im Fokus mancher Investoren. Denn zum einen könnten die Zinssenkungen der Notenbanken kapitalintensiven Unternehmen aus der Wasserstoffbranche Rückenwind verleihen. Zum andern punktet Plug Power mit Großaufträgen. Dieser Newsflow bescherte der Plug-Power-Aktie in der vergangenen Handelswoche temporär einen zweistelligen Kursgewinn - bis die Aktie am Freitag wieder um sechs Prozent einbrach. Offensichtlich sind Anleger nicht vom “nachhaltigen” Erfolg des Wasserstoff-Unternehmens überzeugt. Ein Rückblick:

 

Plug-Power: Großaufträge und Plattformleasing


Innerhalb weniger Tage konnte Plug Power zwei bedeutende Großaufträge an Land ziehen. Castellón Green Hydrogen, ein Joint Venture von Iberdrola und BP, bestellte Elektrolyseure mit einer Leistung von 25 Megawatt, die in der BP-Raffinerie Castellón in Valencia zur Produktion von grünem Wasserstoff eingesetzt werden sollen. Ebenso hat H2DRIVEN, ein Joint Venture von Dourogás und CapWatt, einen Vertrag über die technische Evaluierungsphase für 25 MW PEM-Elektrolyseure unterzeichnet, die für ein Methanolprojekt mit einer Produktionskapazität von 80.000 Tonnen pro Jahr vorgesehen sind.

Darüber hinaus stellte Plug Power eine neue Leasingplattform für Ausrüstungen vor, die darauf abzielt, Kapital durch die Verwertung von Unternehmensvermögen zu beschaffen. „Diese Plattform soll Plug Power den Zugang zu Kapital erleichtern, indem das Unternehmen seine Geräte als finanzielle Grundlage nutzt. Gleichzeitig ermöglicht sie unseren Kunden maßgeschneiderte Finanzierungsoptionen für die Ausrüstung, um das Wachstum der Verkaufszahlen zu fördern“, so das Unternehmen. Bisher konnte Plug Power durch das sogenannte "Sale-and-Leaseback"-Verfahren bereits 44 Millionen Dollar sichern, mit einem anvisierten Ziel von 150 Millionen Dollar.

Das Leasinggeschäft soll einen kontinuierlichen Einnahmestrom generieren, den das Kerngeschäft bisher noch nicht bietet. Plug Power entwickelt Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologien, um alternative Energiequellen zu erschließen und fossile Brennstoffe zu ersetzen. Ziel ist es, die Dekarbonisierung von Industrie und Transport voranzutreiben. Hierzu stellt Plug Power Brennstoffzellen her, die Wasserstoff in elektrische Energie umwandeln, baut Wasserstofftankstellen und produziert grünen Wasserstoff.

Defizitäre Unternehmen als Zins-Profiteure

 

Rentabel ist dieses Geschäft bislang jedoch nicht: Plug Power hat für 2023 einen Nettoverlust von rund 827 Millionen Dollar gemeldet, was auf hohe Betriebskosten und Herausforderungen bei der Skalierung der Produktion zurückzuführen ist. Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank um 50 Basispunkte könnte Plug Power jedoch in die Hände spielen, da sie die Finanzierungskosten defizitärer Unternehmen senkt.

 

Bevor Sie die Wasserstoff-Aktie auf Ihre Buy-Liste setzen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass das Papier trotz der jüngsten, temporären Kursgewinne ein langfristiger Kapitalvernichter ist: Innerhalb der vergangenen drei Jahre stehen -90% zu Buche, und auf zehn Jahre gerechnet, beträgt der Kursverlust der Plug-Power-Aktie im Mittel sieben Prozent pro Jahr.

 

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Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

Ihre

Miss boerse.de

P.S.: Das sind die besseren Alternativen zur Plug-Power-Aktie...



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